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 |  Ralf Lang  |  Branchen-News

AKGV

Der Kölner Arbeitskreis Gastronomie und Verpflegung (AK GV Köln) lud die Mitglieder und Interessierte Ende März zu einer Veranstaltung beim Lebensmittelgroßhändler „Möllers“ ein. Eines der Schwerpunktthemen war die „Digitalisierung des Küchenmanagements“. Foto: AK GV

Digitalisierung als Schlüssel zum Erfolg

GastroSpiegel, 31.03.2026 – Ohne digitale Lösungen kommt ein zeitgemäßes Küchenmanagement an seine Grenzen. Ganzheitliche Konzepte hingegen können die Effizienz von Gastronomiebetrieben nachweislich steigern, wie auf einer Veranstaltung des AK GV deutlich wurde.

Ende März bot der Arbeitskreis Gastronomie und Verpflegung (AK GV Köln) allen Interessierten die Gelegenheit, hinter die Kulissen eines voll digitalisierten Caterers zu blicken. Gastgeber war der Lebensmittelgroßhändler „Möllers“. Das Familienunternehmen feierte jüngst das 75-jähriges Bestehen.

Angebote standardisiert

Vorgestellt wurde während der Veranstaltung der in Berlin gegründete Business Caterer Aveato, der auf Sandwiches, Wraps und Canapés spezialisiert ist. Weil die Aufträge immer größer wurden, musste das Unternehmen das Angebot standardisieren. Früh sei klar geworden, dass die Digitalisierung dabei eine wichtige Rolle spielen würde, erinnert sich Katharina Althaus, damals Head of Business Development bei Aveato.

Da traf es sich gut, dass Firmengründer Kaspar Althaus selbst programmieren konnte und mit „Läkkerai“ eine eigene Software entwickelt hat, die mittlerweile ebenfalls vertrieben wird. „Läkkerai“ verstehe sich als „digitaler Sous-Chef“ und bringe spürbare Verbesserungen, versichert Katharina Althaus, CEO des gleichnamigen Food-Tech-Startups: „Wir messen immer vorher und nachher, was die Umstellung bringt. Über 20 Prozent Arbeitszeit kann man einsparen, die Fehleranfälligkeit drastisch reduzieren und die Einarbeitung von neuen Mitarbeitern wird dadurch sehr vereinfacht und beschleunigt.“

Tablet statt Handzettel

Welches Potenzial die Digitalisierung in der Gemeinschaftsgastronomie hat, erklärt Aveato-Koch Michael. In seiner Küche gehören Tablets zum Inventar. Die Mitarbeiter wüssten dank der digitalen Produktionsplanung, die auch Rezepte umfasst, genau, was zu tun sei und haken ihre Aufgaben digital ab. Neue Aufträge werden automatisch in die Küche gespielt. Die Software druckt darüber hinaus nicht nur Etiketten und Tischkärtchen, sie hat auch eine Tourenplanung implementiert, verfügt über eine Bestell-App und ein Abrechnungsmodul zur Rechnungserstellung. „Überall sind alle Infos live drin und ich muss nicht zusätzlich noch einen Kommunikationskanal haben, damit bis zur Küchenhilfe alle Informationen ankommen“, sagt Katharina Althaus.

Prozessoptimierung dank strukturierter Daten

Wenn Informationen manuell zusammengetragen werden – Stichwort Zettelwirtschaft –, seien Fehler vorprogrammiert, sagt auch Verena Rump, Digitalisierungs-Expertin beim Großverbraucher-Service Intergast. Das führe zu Stress und Chaos in der Küche und koste die Betriebe viel Geld. „Der einzige Weg, das Betriebsergebnis zu verbessern, ist, zu automatisieren“, sagt Rump und ergänzt: „Ohne strukturierte Daten gibt es keine Prozessoptimierung. Es ist keine Automatisierung möglich, keine Skalierung.“ Intergast bietet ebenfalls ganzheitliche Lösungen für die Gastronomie an. Dank des modularen Aufbaus und offener Schnittstellen ist es möglich, Systeme wie „Läkkerai“ und „Intergast On-Line“ miteinander zu verzahnen.

Küchenparty mit Pies, Knödeln und Khinkali

Zur abschließenden Küchenparty wurden verschiedene warme Speisen zur Verkostung gereicht, die alle eines gemeinsam hatten: Sie waren zu 100 Prozent handgemacht und eignen sich als Menübaustein oder schnell zubereiteter Snack. Benton & Horris präsentierte eine Auswahl süßer und herzhafter Pies, darunter Blaubeer-Käsekuchen-, Kichererbsen-Masalla- und Calzone-Pies. Knödelfein bot Spinatknödel mit Bergkäse und drei junge Georgier machten den Gästen die kaukasische Spezialität Khinkali schmackhaft, einen mit Hackfleisch und Brühe gefüllten Dumpling.