Rational AG

Kochtechnik-Hersteller wächst in schwierigem Umfeld
Der Großküchentechnik-Hersteller Rational, der sich selbst als Weltmarktführer für multifunktionale, intelligente Kochsysteme bezeichnet, hat aktuell den Geschäftsbericht für 2025 vorgelegt. Mit dem erreichten Umsatzplus von sechs Prozent und Umsatzerlösen von 1,26 Milliarden Euro gelang es dem Landsberger Unternehmen im vergangenen Jahr auf den langfristigen Wachstumspfad zurückzukehren (GastroSpiegel berichtete). Bereinigt um negative Währungseffekte ergibt sich sogar ein organisches Wachstum von acht Prozent im Vergleich zu 2024.
Der Vorstandsvorsitzende Peter Stadelmann fasst die Entwicklung zusammen: „Der konsequente Ausbau unserer weltweiten Vertriebsorganisationen in den letzten drei Jahren – dieser hatte in den Krisenjahren 2020 bis 2022 gestockt – schlug sich ab dem zweiten Quartal 2025 in höheren Wachstumsraten nieder.“ Dies zeige, dass Rational selbst in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld wachsen könne, ergänzt der Branchenkenner.
Zusatzzölle kompensiert
Auch das Landsberger Unternehmen war im Jahr 2025 von den US-Zöllen betroffen, da die Kochsysteme ausschließlich in Deutschland und Frankreich produziert und in die USA importiert werden. „Mit einem Umsatzanteil von 20 Prozent sind die Vereinigten Staaten unser größter Einzelmarkt. Die zusätzlichen Zollkosten von rund 13 Millionen Euro konnten wir durch niedrigere Material- und Rohstoffkosten sowie ein konsequentes Kostenmanagement weitgehend kompensieren“, erklärt CFO Jörg Walter. So ist es gelungen, die Rohertragsmarge besser als erwartet nahezu auf Vorjahresniveau bei 59 Prozent zu halten.
„Im Rahmen unseres Effizienzprogramms haben wir insbesondere die Aufwendungen für Verwaltung und zentrale Funktionen stabil gehalten und die Kosten für Vertrieb, Kundenservice und die Produktentwicklung gezielt ausgeweitet“, führt der CFO weiter aus. Diesen Kurs will das Unternehmen fortführen, um weiter zu wachsen und die Markt- und Technologieführerschaft weiter zu festigen. Insgesamt sind die operativen Kosten um rund sieben Prozent erhöht worden. Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (Ebit) stieg – wie die Umsatzerlöse – um rund sechs Prozent auf 333 Millionen Euro. Daraus resultierte eine Marge leicht über Vorjahresniveau von 26,4 Prozent.
Hohe Dividende
Aufgrund der positiven Geschäfts- und Ertragsentwicklung, der guten Liquiditätssituation sowie guter Aussichten für das Geschäftsjahr 2026 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 29. April eine Dividende in Höhe von 16 Euro zuzüglich einer Sonderdividende von vier Euro je Aktie vor. Insgesamt entspricht dies einer Gesamtausschüttung von 227,4 Millionen Euro. Auch nach der Ausschüttung bleibe laut Vorstand ausreichend Liquidität im Unternehmen. „Wir möchten unsere Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg teilhaben lassen. Unsere finanzielle Stabilität als Unternehmen ohne Bankschulden erlaubt uns das auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten“, erläutert CFO Jörg Walter. Eine Ausschüttungsquote von 90 Prozent des Konzernjahresüberschusses liegt aufgrund der Sonderdividende über dem langjährigen Mittel von rund 70 Prozent. Die Dividendenrendite bezogen auf den Jahresschlusskurs 2025 erreicht damit drei Prozent.
Weiteres Wachstum erwartet
Die Prognose für das Jahr 2026 geht weiterhin von einem Umsatzwachstum aus. „Die für unsere Geschäftsentwicklung relevanten Trends sind weiterhin intakt. Zudem haben wir unsere Hausaufgaben gemacht und die Basis für weiteres Wachstum geschaffen. Wir erwarten deshalb mittel- bis langfristig Wachstumsraten im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich“, prognostiziert CEO Peter Stadelmann. Allerdings sei die Planungssicherheit durch die Entwicklungen der vergangenen Wochen stark eingeschränkt, wie CFO Walter betont: „Der Ausbruch des Irankriegs mit starken Auswirkungen auf Energie- und Rohstoffkosten und die Infragestellung der Rechtmäßigkeit der US-Zölle durch den US Supreme Court machen Kostenprognosen aus heutiger Sicht schwierig.“ Dennoch geht er davon aus, dass mittel- bis langfristig Ebit-Margen im Bereich zwischen 25 und 26 Prozent realistisch seien und plant mit dieser Größenordnung auch für das Jahr 2026.
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