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 |  Ralf Lang  |  Branchen-News

Blanc & Fischer / B-Pro

Automatisierte Speisenverteilung in Großküchen: Die Blanc&-Fischer-Konzerntochter B-Pro durchlebt aktuell unruhige Zeiten, realisiert aber derzeit das erste software-gestützte Automatisierungsprojekt im Auftrag eines Universitätsklinikums. Foto: Blanc & Fischer Group (4)

Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit

Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit GastroSpiegel, 29.04.2026 – Im vergangenen Jahr hat die Blanc&Fischer-Gruppe einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro erzielt und blieb damit knapp unter Vorjahr. Bei B-Pro sank der Umsatz auf 81 Millionen Euro. Die Gruppe treibt weiter die Transformation voran und sieht Chancen im Kerngeschäft.

Während der Pressekonferenz der Blanc & Fischer Group teilte Vorstandsprecher Frank Gfrörer mit, dass im 100. Jahr der Unternehmensgeschichte der Jahresumsatz um rund 1,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gefallen ist und damit knapp unter dem Vorjahr liegt. Gfrörer analysierte: „Die große Unsicherheit angesichts der vielfältigen globalen Krisen wirkt sich insbesondere in der schwachen Bautätigkeit aus. Im laufenden Jahr wird der Tiefpunkt bei den Wohnungsfertigstellungen in Deutschland erwartet. Als in der Küchen- und Hausgeräteindustrie tätiges Unternehmen ist diese Marktsituation eine große Herausforderung.“ Gleichzeitig steigen nach Einschätzung des Vorstandsprechers in der Industrie die Kosten für Arbeit und Material weiter an. Es gehe daher nun darum, den Konzern nachhaltig auf Wettbewerbsfähigkeit und damit Zukunftsfähigkeit auszurichten.

Unterschiedliche Umsatzdynamik

Mit 615 Millionen Euro und einem Minus von drei Prozent leistete die EGO-Gruppe den größten Beitrag zum Konzernumsatz. Im Bereich der Haushaltsküchen erzielte Blanco erstmals seit 2022 wieder ein Umsatzplus von zwei Prozent und erreichte 392 Millionen Euro – rund ein Drittel des Konzernumsatzes. Das Profiküchenausstatter B-Pro unterschritt den Vorjahresumsatz um fünf Prozent und erreichte rund 81 Millionen Euro Umsatz.

Bei der regionalen Verteilung der Gruppen-Umsätze zeigt sich die starke Bedeutung des Marktes in Deutschland, der mit 27 Prozent der stärkste Einzelmarkt ist. Im restlichen Europa werden 44 Prozent erwirtschaftet. Finanzvorstand Heiko Pott erläuterte: „Beim Umsatz sind wir unter dem Niveau, das wir vor der pandemiebedingten Sonderkonjunktur hatten. Gleichzeitig sind jedoch Kosten dauerhaft gestiegen und die Wettbewerbsintensität in unseren Branchen hat zugenommen. Trotz umfangreicher Maßnahmen sehen wir daher erheblichen Druck auf unser Ergebnis.“

Vorstandssprecher Frank Gfrörer betonte vor diesem Hintergrund die Notwendigkeit einer noch tiefgreifenderen Transformation, die eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt stellen müsse und das Unternehmen für die Zukunft aufstelle. „Deswegen setzen wir die klare strategische Vorgabe mit Blick auf unsere Märkte, auf die Chancen im Kerngeschäft und auf die Wirtschaftlichkeit unserer Aktivitäten“, sagte der Vorstandssprecher.

Kerngeschäft bietet Chancen

Bei aller Marktschwäche bleibe die Küche als Geschäftsfeld attraktiv, war sich Gfrörer bei der Vorstellung der Ergebnisse sicher: „Wir haben großes Potenzial in verschiedenen Bereichen unseres Kerngeschäfts, beispielsweise in der Aufwertung des Küchenwasserplatzes. Das sieht man etwa bei den Trinksystemen von Blanco, wo wir unsere Umsätze letztes Jahr mehr als verdoppeln konnten.“ Um zusätzliche Nachfrageimpulse zu setzen, hat das Unternehmen im vergangenen Jahr den neuen Markenauftritt realisiert – und damit im Handel und bei den Endverbrauchern für Aufsehen gesorgt. Inzwischen wurde er mehrfach ausgezeichnet.

Im Geschäft mit der Hausgeräteindustrie stärkt EGO beispielsweise die Induktionstechnik im Einstiegssegment – und reagiert damit auf die Budgetlage der Haushalte. Potenzial bietet außerdem das Geschäft mit der Kleingeräteindustrie. Währenddessen erhält „Ki“, die Technologie zur kabellosen Stromversorgung von Kleinelektrogeräten über Induktionstechnologie, große Aufmerksamkeit in der Branche. Hier sei das Unternehmen der erste zertifizierte Anbieter eines Transmitters, der die Energie nach einem bestimmten Standard überträgt. Über das „Wireless Power Consortium“ arbeitet das Unternehmen mit namhaften Herstellern von elektrischen Kleingeräten daran, diese Technologie in die Küchen zu bringen, erläuterte Frank Gfrörer.

Automatisierung von Krankenhausküchen 

Mit der zunehmenden Zentralisierung von Kliniken und dem steigenden Sparzwang wächst der Druck auf Krankenhausküchen, was großes Potenzial für Automatisierungslösungen bietet. Die Konzerntochter B-Pro realisiert derzeit ihr erstes software-gestütztes Automatisierungsprojekt für die Großküche eines Universitätsklinikums. Dazu gehören unter anderem das automatische Auflegen von Besteck und Geschirr sowie das Anbringen eines wasserlöslichen QR-Code-Etiketts, das entlang des Küchenbands ausgelesen wird. Blanc&Fischer-CEO Frank Gfrörer betonte: „Dieses smarte Projekt hat Vorzeigecharakter, weil es die Herausforderungen der Klinikküchen adressiert und den Mehrwert durchdachter Automatisierung deutlich macht. Mit der Fokussierung von B-Pro auf Speisenlogistik wollen wir dieses Potenzial gezielt nutzen.“

Wettbewerbsfähigkeit heißt auch Wirtschaftlichkeit

Die derzeit entwickelte Konzernstrategie soll nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Produktportfolios in den Mittelpunkt stellen, sondern auch die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Frank Gfrörer blickte voraus: „Unsere Geschäftsmodelle müssen nachhaltig wirtschaftlich sein. Dieses Transformationsziel erreichen wir nur mit Mut zur nüchternen Betrachtung, klaren Entscheidungen und konsequenter Umsetzung.“

Den Fokus auf Wirtschaftlichkeit unterstreichen auch die im vergangenen Jahr eröffneten Neubauten in Mexiko und Polen. Die Erweiterung für die dort bislang betriebenen Standorte steht für zukunftsgerichtete Investitionen mit zeitgemäßer Großvolumenproduktion anstelle historisch gewachsener Fertigungsstrukturen in kleinem Umfang. Beispielsweise hat die Konzerntochter EGO die nicht profitable Fertigung in Newnan, USA, ins neue mexikanische Werk integriert. Weltweit investierte die Gruppe rund 65 Millionen Euro und hielt damit das bisherige Investitionsniveau stabil.

Zukunftsfähigkeiten stärken

Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte Blanc & Fischer weltweit 7.380 Menschen, was einem Rückgang von zirka vier Prozent entspricht. Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus marktbedingten Anpassungen und strukturellen Maßnahmen im Zuge der Transformation, wie das Unternehmen mitteilte. Um das Unternehmen in die Zukunft zu führen, seien wesentliche übergreifende Zukunftsfähigkeiten für die Mitarbeiter definiert worden, die mit einem individuellen Lernzeitkontingent gezielt gestärkt werden sollen. Für die Pilotumsetzung habe dieser intern als „Skill Booster“ bezeichnete Ansatz den renommierten HR-Excellence-Award gewonnen.

„Insbesondere Digitalkompetenzen sind wichtige Treiber für die noch konsequentere Nutzung von künstlicher Intelligenz“, sagte Frank Gfrörer, betonte aber gleichzeitig: „Keine KI ohne zuvor digitalisierte Prozesse und belastbare Daten.“ Deshalb habe die Gruppe eine Digitalstrategie initiiert, die die Voraussetzungen für nachhaltige KI-Nutzung schaffen und damit bessere Marktbearbeitung und geringere Kosten ermöglichen soll.

2025 feierte Blanc & Fischer mit den Gründungsunternehmen Blanco und EGO 100 Jahre Firmengeschichte – ein Jubiläum, das unter wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen gefeiert wurde.
Wegen der schwierigen weltweiten Marktbedingungen und der herausfordernden Lage in der deutschen Industrie setzt Frank Gfrörer, Sprecher des Vorstands der Blanc & Fischer Group, auf Wirtschaftlichkeit durch mehr Wettbewerbsfähigkeit – beispielsweise durch Produktionsverlagerung ins Ausland.
Weil Kosten dauerhaft gestiegen seien und die Wettbewerbsintensität in der Branche zugenommen habe, laste erheblicher Druck auf dem Finanzergebnis, erläuterte Blanc&Fischer-Finanzvorstand Heiko Pott.