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 |  Julia Auclair  |  Branchen-News

Dehoga / Mitmach-Plattform

Von den geplanten Änderungen der Rentenkommission für Minijobs sind rund sieben Millionen Menschen in Deutschland betroffen, viele davon im Gastgewerbe. Foto: © fizkes- Adobe Stock

Minijobs im Gastgewerbe sollen bezahlbar bleiben

29.09.2026 – Mit einer Kampagne wehrt sich der Dehoga Bundesverband gegen die Abschaffung von Minijobs. Eine Mitmach-Plattform soll Gastronomen und Minijobbern Gehör verschaffen.

Nach Berechnungen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Bundesverband) werden die Arbeitgeberabgaben für gewerbliche Minijobs durch die geplanten und teilweise beschlossenen Vorgaben der Bundesregierung künftig von derzeit 31,17 auf 42,27 Prozent des Lohns steigen. Insgesamt würden sich dadurch die Arbeitskosten für Arbeitgeber im Gastgewerbe um voraussichtlich knapp 72 Millionen Euro pro Jahr erhöhen, teilt der Verband mit. Hintergrund sind die Pläne der Rentenkommission, den steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus von Minijobs weitestgehend abzuschaffen. Eine Erhöhung des Pauschalsteuersatzes von zwei auf fünf Prozent wurde bereits beschlossen (Link einfügen: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt/minijobs-deutschland-wegfall-100.html).

Kampagne „Minijobs erhalten!“

Durch die bundesweite Kampagne „Minijobs erhalten!“ will der Dehoga Bundesverband den Druck auf die Politik für den Erhalt der geringfügigen Beschäftigung erhöhen. Eine nun gestartete zentrale Mitmach-Plattform soll darüber hinaus sichtbar machen, welche Gesamtauswirkungen die Pläne der Rentenkommission für Gastronomen und Minijobber haben. „Wer sich zum Minijob bekennt, muss ihn auch bezahlbar halten“, erklärt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Er betont: „Die diskutierten und teilweise bereits beschlossenen Verteuerungen führen in ihrer Summe zu einer faktischen Abschaffung der Minijobs. Das dürfen wir nicht zulassen.“

Die Plattform bündelt politische Vorhaben, Fakten und Forderungen, den Minijob-Check, Originaldokumente und Belege sowie Stimmen aus der Praxis. Menschen, die unmittelbar von den Plänen betroffen sind, können dort zu Wort kommen und schildern, was der Minijob für sie bedeutet, warum sie sich dafür entschieden haben und welche Folgen höhere Belastungen für sie hätten.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gefordert

Aktuell arbeiten laut Dehoga fast sieben Millionen Menschen in einem Minijob, für fast 95 Prozent als „Hinzuverdienst“ zum Hauptjob, dem Studium oder zur Rente. Laut Daten der Minijobzentrale komme nur für 5,3 Prozent ein Wechsel in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung infrage. Das Gastgewerbe wiederum ist auf Minijobs angewiesen, um Schichten am Abend, am Wochenende und bei Veranstaltungen abzudecken.

Der Bundesverband fordert deshalb von der Politik, weitere Belastungen der Minijobs zu stoppen. Konkret bedeutet das: Keine Pflegeversicherungsbeiträge, den Pauschalsteuersatz bei zwei Prozent belassen, die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge aussetzen und die Wahlfreiheit bei der Rentenversicherung sowie die bestehende Besteuerung erhalten. Vielmehr brauche es vor weiteren Entscheidungen zunächst eine transparente Gesamtrechnung, betont der Dehoga.


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