Foto: Sum-Up
Viele Gastronomen erwarten steigende Umsätze
GastroSpiegel, 09.01.2026 – Seit Jahren geht die Gastronomie immer wieder durch schwierige Zeiten: von der Pandemie über Inflationssteigerungen bis zu verändertem Gästeverhalten. In einer Umfrage Ende 2025 hat der Zahlungsanbieter Sum-Up herausgefunden, welchen Hindernissen sich die Gastronomie und andere Branchen stellen müssen und wie damit umgegangen wird.
Die Umfrage zeigt, dass in der Gastronomie eine nach wie vor angespannte Stimmung herrscht – unter anderem aufgrund von gestiegenen Nebenkosten (61 %) und reduzierter Gewinnspanne (28 %). Weitere Sorgen sind die Mitarbeiterbindung und übermäßiger bürokratischer Aufwand (24 %). Fast ein Viertel der Unternehmen im Gastgewerbe (24 %) gibt an, dass gut ausgebildetes Personal fehlt.
Was Mitarbeiter anspricht
Obwohl 52 Prozent der Gastronomiebetriebe Schwierigkeiten haben, Mitarbeiter zu finden und zu halten, reagieren viele mit Lösungsansätzen, die sich auszahlen. Am erfolgreichsten ist dabei die Erhöhung von Gehältern und Boni (57 %). Auch flexiblere Arbeitsmodelle sehen 37 Prozent der befragten Betriebe als vielversprechend an.
Außerhalb der Gastronomie gehen auch andere Branchen neue Wege, um Mitarbeiter zu halten. Im Einzelhandel sind besonders flexible Arbeitszeiten beliebt (34 %). 29 Prozent geben allerdings auch an, dass sie bisher noch keine guten Lösungsansätze finden konnten. Sowohl in der Bildung (24 %) als auch in der Landwirtschaft (33 %) sehen Unternehmen Erfolg mit dem Angebot von Weiterbildungsangeboten und Aufstiegschancen.
Blick in die Zukunft
Fast die Hälfte der Unternehmen in der Gastronomie erwartet, dass ihr Umsatz in den nächsten zwölf Monaten steigt (44 %), die Mehrheit davon (28 %) erwartet ein Wachstum von bis zu zehn Prozent. Nur zwei Prozent geben an, dass der zu erwartende Umsatzverlust so hoch sei, dass dieser zur Schließung führen könnte.
Im Einzelhandel sehen die Erwartungen deutlich negativer aus: Knapp die Hälfte (48 %) der Befragten erwarten einen Umsatzrückgang. Sieben Prozent davon geben an, dass sie im nächsten Jahr ihre Schließung planen. In der Landwirtschaft sind dies sogar 33 Prozent.
Probleme bewältigen
Um Umsätze und Gewinn zu maximieren, haben mehr als die Hälfte der Kleinunternehmen, die Umsatzrückgänge erwarten (26 %), innerhalb der letzten sechs Monate interne Prozesse optimiert, um so Kosten zu sparen. Ungefähr jedes vierte Unternehmen setzt auf neue Produkte oder Dienstleistungen (24 %). Weitere Unternehmen haben erfolgreich neue Märkte erschlossen (22 %).
In der Gastronomie haben Unternehmen zudem Preise gesenkt, um mit Kundenerwartungen Schritt zu halten (24 %). Auch neue Lieferanten und eine Optimierung der Lieferkette hatten einen positiven Effekt für 22 Prozent.
Die Umfrageergebnisse kommentiert Corin Camenisch, Marketing & Growth Lead bei Sum-Up: „In vielen Branchen gibt es heutzutage ganz neue Hindernisse – von geändertem Kundenverhalten bis hin zu Mitarbeitererwartungen und bürokratischen Änderungen. Unternehmen müssen agil bleiben und sich möglichst schnell anpassen können, was manchmal kreative Lösungsansätze verlangt.“ Unternehmen, denen dieser Spagat gelinge, positionieren sich nach Einschätzung von Camenisch nicht nur zukunftssicher, sondern könnten sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber langsameren Konkurrenten erarbeiten.
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